Ben Goossens – bildender Künstler

Ben Goossens wurde 1982 in München geboren. Nach einer Ausbildung zum Schreiner in Garmisch-Partenkirchen studierte er Bildhauerei bei Prof. Stephan Huber an der Akademie der bildenden Künste München. Das Studium schloss er 2014 mit dem Diplom ab.

Ben Goossens nimmt den Herstellungsprozess seiner Werke nie als selbstverständlich, sondern findet immer wieder neue Verfahren, sie entstehen zu lassen. So finden seine Arbeiten Ausdruck in den unterschiedlichsten Medien wie Video, Fotografie, Installationen, mixed Media und Papierarbeiten.

Die Massive der Zeit, die Schichtung des Traums

Abgedeckt, untergegangen, den Augen verborgen? Ausgrabungsfelder, versunkene Kulturen, eine geometrische Architektur? Kommt das aus der Vogelperspektive in Sicht? Sind das Tempelanlagen unter den Schichten der Zeit? Grabstätten, sakrale Orte? Und ist das überhaupt auf unserem Planeten? Wie fremd ist diese Kultur? Baupläne, Chiffren? Traumstandbilder? Was wir vergessen haben und wieder entdecken? – Sind das Drucke, Fotos, Kopien? Nein, es handelt sich um Unikate, nicht unverwandt der Frottage: Für seine Papierarbeiten verwendet Ben Goossens Transparentpapier, das Eindrücke aufnimmt von den daruntergelegten Strukturen.

Diese formt er anschließend mit Sprühlack, überwiegend dunkel, in Schwarztönen gehalten, aber auch mit perlmuttartigen Glanzlichtern. Das Licht scheint oft aus der Mitte des Bildraumes zu kommen, leuchtet aus fluchtpunktartiger Tiefe. Die Oberfläche bekommt eine verblüffende, haptische Qualität, spielt dreidimensional in den Raum, obwohl sie plan ist. Das Auge springt hin und her, das Bild wabert. Als gäbe es verschiedene Ebenen, eine uralte, architektonisch abstrakte, und eine darüberliegende, lebendig gefaltete, die an Gewebe, Haut oder Baumrinde denken lässt, aber auch an überflogene Gebirgszüge. Gleichzeitig massiv und leicht, Schwere wie dematerialisiert. Auf eine faszinierende Weise greifen diese Arbeiten auch die Bildsprache seiner Foto- und Videoarbeiten auf, in der dystopische Räume wie aus der Vergangenheit in unsere Zeit blicken.

©Ben Goossens
©Ben Goossens
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