Nina Stoelting

TRANSFORMATION VON MUSIK IN ZEICHNUNG

Das Thema Strukturen in der Natur zieht sich wie ein roter Faden durch mein Werk. Gerne  verlasse ich dabei das klassische Mal- und Zeichenwerkzeug und benutze bewusst einfache Mittel wie Holz oder Blätter als „Pinsel“ oder Erdpigmente als Farbgeber. Bei langen, ausgedehnten Wanderungen suche ich in der Gomser Bergwelt, was es im Winter als mögliche Pflanzenteile überhaupt gibt. Die Wahl der “Pinsel” ist eine bildnerische Entscheidung, da die filigarnen Strukturen dem gewählten Motiv entsprechen müssen. Doch gleichzeitig entspringt die  Rückbesinnung auf diese archaische Utensilien dem Gedanken der Nachhaltigkeit.

Aktuell versuche ich,  Musik zu visualisieren. Zu ausgewählten Musikstücken enstehen im Moment des Hörens Zeichnungen, auf denen der “Pinsel” über das Blatt tanzt und gleichsam den Duktus des Dirigierens nachempfindet. Dies alles gestisch und subjektiv; dabei dennoch nach reiflicher Überlegung und Vorbereitung.

Die mit Tusche ausgeführten Zeichnungen verstehen sich zugleich als ein Angebot an den Betrachter, eigene Interpretationen zu entwickeln. Bleibt hierbei von der Musik nichts zurück als der Titel, so wurde sie vielleicht nur “benutzt”.